- Der Marktplatz ist der grösste Treffpunkt der Stadt St. Gallen. 95% der städtischen Bevölkerung fühlt sich hier laut einer repräsentativen Umfrage (PDF, 419 KB) sicher. Warum also soll dieser Platz überwacht werden?
- Allein die Installation der 36 Kameras kostet CHF 2.48 Mio. an Steuergeldern. Betriebs- und Folgekosten sind nicht bekannt.
- Die Videoüberwachung von öffentlichen Plätzen ist keine wirksame Massnahme gegen Kriminalität. Allfällige Delikte werden höchstens verlagert.
- Wirksamkeit fragwürdig
- Andere Massnahmen sinnvoller
Andere Massnahmen sinnvoller
Da Kameras nachweislich kaum in der Lage sind, Straftaten zu verhindern, muss die Frage gestellt werden, ob es nicht andere, sinnvollere Mittel gäbe, die zur Erhöhung der Sicherheit und zur Verbesserung des Sicherheitsgefühls beitragen könnten.
Ein solches Mittel sind bauliche Massnahmen. Es muss einerseits darum gehen, öffentliche Plätze und Räume hell und offen zu gestalten. Sie sollen Menschen zum Verweilen einladen, sollen Begegnungsräume sein. Es ist der soziale Kontakt mit andern Menschen, der Sicherheit bringt. Toten Kameras, die alles akribisch aufzeichnen, aber nicht eingreifen, wenn etwas ist, nützen nichts. Die Stadt muss die Leute in St. Gallen dazu einladen, öffentliches Leben tatsächlich zu leben. Dazu braucht es schön gestaltete Plätze mit vielen Bänken, Brunnen und auch ein paar Blumen – und in der Nacht genügend Licht.
Ein anderes Mittel können gezielte Polizeieinsätze sein. Wenn es in dieser Stadt tatsächlich Orte mit einer hohen Deliktsrate gibt, dann muss dort die Polizei häufiger patrouillieren. Sie kann eingreifen und damit Straftaten verhindern. Dies können Kameras nicht! Sie zeichnen nur auf, was geschieht und verhindern nichts.
Ein weiteres Mittel wäre Informations- und Aufklärungsarbeit. Das Sicherheitsgefühl stimmt mit der tatsächlichen Sicherheitslage oft nicht überein. So wurden am Marktplatz Bohl im Jahr 2006 nur 1.5% aller in der Stadt begangenen Delikte registriert. Anstatt Kameras zu installieren und damit das Unsicherheitsgefühl zu verstärken oder sogar zu wecken, hätte der Stadtrat auch von Beginn weg über diese Tatsache informieren können.